Das Team

Vier Nationen, sechs Sprachen, drei Religionen. Im Kreuzberger Himmel starten Karrieren – vom Geflüchteten zum Geschäftsführer, vom Praktikanten zur Hotelfachmann im Sheraton.

MARIA, DEUTSCHLAND

Ihre vier Kinder sind erwachsen, dafür hat sie 10 neue – so beschreibt Restaurantmanagerin Maria Bauer ihren Job gegenüber der Frankfurter Rundschau. Die erfahrene Gastronomin ist seit drei Jahren aktiv in der Flüchtlingshilfe.

MAZI, IRAN

In Deutschland in einer Kleinstadt gelandet, in der Willkommenskultur ein exotisches Fremdwort ist. Er ist trotz unangenehmer Ersterfahrungen der Strahlemann, der sich selber das erste Deutsch beigebracht hat. Für uns ein absoluter Gewinn, mit unglaublichen Gastgeberqualitäten. Mazi ist übrigens auf der Flucht in Griechenland zum Christentum konvertiert.

ISMAILA, GAMBIA

Mit 13 hat er in seiner Heimat LKWs gefahren um das Schulgeld für seine Geschwister zusammen zu kriegen. Jetzt macht er eine Ausbildung zum Koch. Als Veganer. Vielleicht liegt es ja daran: schlechte Laune kennt er nicht.

LAYALI, IRAK

Verheiratet, zwei Kinder. Guckt an ihrem freien Tag kurz rein und stürzt sich direkt an den Herd. Kochen ist ihr Leben – für Layali ist jeder Gast des Kreuzberger Himmels zu Tisch an ihrem eigenen Esstisch.

ALAA, SYRIEN

Alaa aus Syrien ist von Haus aus Betriebswirtin und hat in Deutschland ihre Liebe zur Patisserie entdeckt. Sie ist mit Mann und Sohn mittlerweile überzeugte Berlinerin und hat passend dazu den Faible für Vegetarisches und Veganes entwickelt.

BAKRI, SYRIEN

Bakri aus Aleppo ist von Haus aus Rechtsanwalt und ein Organisationsgenie. Das er so gut gelaunt Mitarbeiter ist ein mittelschweres Wunder: Seit drei Jahren wartet er darauf, dass seine Frau und seine drei Kinder endlich nach Deutschland kommen dürfen.

EMRAN, AFGHANISTAN

Emran hat eigentlich vor Soziale Arbeit zu studieren. Bis es soweit ist, macht er im Kreuzberger Himmel mit. Der junge Afghane war zuvor in einer kleinen Stadt. Seine Erfahrungen mit deutscher Gastfreundschaft waren nicht die besten. Um so glücklicher ist er zum Team vom Kreuzberger Himmel zu gehören. Der Rest wird sich finden.

OTHMAN, SYRIEN

Othman hatte in Syrien ein Team mit 32 Mitarbeitern. Er gehört seit Anfang an zum Team und findet als Profi manchmal, es sei eine „KITA“. Seine Erfahrung und seine unerschütterliche Ruhe sind für den Kreuzberger Himmel ein absoluter Gewinn.

Matti, Afghanistan

Von Afghanistan nach Cottbus nach Berlin. In Brandenburg lief es mit dem Asylverfahren nicht wirklich gut. Dank dem Ausbildungsplatz im Kreuzberger Himmel ist das jetzt keine Frage mehr. Man merkt es ihm an. Aus einem eher zurückhaltenden jungen Mann ist eine echte Stimmungskanone geworden. Ach ja: in Afghanistan war er Maler, hier hat er den Beruf gefunden, der wirklich zu ihm passt: Gäste glücklich manchen.

Jawed, Afghanistan

Auch ein Wackelkandidat was das Asylverfahren anging. Erst nach zwei Artikeln in überregionalen Zeitungen waren die Behörden davon zu überzeugen, dass es Sinn macht, das er hier ist. Er hat übrigens verborgenen Talente: ein Zahlengroßmeister und echtes Unternehmerdenken. Wir würden mal mutmassen: die Ausbildung bei uns ist erste der Anfang einer Karriere.

Marynaia, Syrien

Als minderjährige nach Berlin gekommen, wird sie hier erwachsen. Leider ohne ihre Familie. Und trotzdem: ihr Lachen ist ansteckend. Einzig ihr Musikgeschmack stellt ältere Semester vor echte Herausforderung – wer um Gottes willen ist Nicky Menage?

Narges, Sarah, Neda

Unsere afghanischen Praktikantinnen gehen zur Schule und haben nicht nur das gemeinsam: Alle drei sind aus dem wirklich unfassbar furchtbaren Flüchtlingscamp Moria nach Berlin gekommen. Mit dem Verein Be an Angel begleiten wir die drei und kämpfen darum, dass die Eltern nachkommen dürfen. Das Recht dazu hätten sie – aber hat nicht jede Familie das Recht zusammen zu sein?

YOUSEF, SYRIEN

In seiner Heimat hat er in der Immobilienbranche gearbeitet. Ein Geschäftsmann durch und durch, mit dem sozialen Spirit, den das Team braucht. In Deutschland hat er einen neuen Faibel entwickelt: Steuern und Buchhaltung. Als Geschäftsführer ist er derjenige, der bei den Finanzen den Überblick behält und die Nerven bewahrt.

ANDREAS, DEUTSCHLAND

Als Journalist publizierte er in 12 Ländern, im September 2015 begann für ihn ein neues Leben. In sechs Monaten beherbergte er 400 Menschen in seiner eigenen Wohnung. Andreas initiierte den Kreuzberger Himmel.

KREUZBERGER NÄCHTE SIND LANG.

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